Am Morgen des 28.07. veränderten Nazis die Homepage der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Sie hinterließen Parolen wie „Brown is beautiful“ und „Wir kommen wieder ….“, verlinkten Internetseiten von Holocaust-Leugnern und entfernten unter Andrem das Totenbuch des KZ Buchenwald.
Die Parolen wurden bis zum Mittag entfernt, allerdings ist das Angebot momentan nur teilweise nutzbar. Die Stiftung wertet den Angriff als Versuch “die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen auszulöschen.”
Update:
Das BKA hat im Rahmen seiner Ermittlungen am Mittwoch (04.08.) einen PC im sächsischen Pirna sichergestellt, ob es sich bei den Besitzern auch um die tatsächlichen Täter handelt ist noch nicht klar. -> TAZ
Die ”Calais Migrant Solidarity” gründete sich nach dem No-Border-Camp 2009 in Calais. Die Stadt Calais liegt am Ärmelkanal, auf französischer Seite, nur 34 km von der Südküste Englands entfernt und zudem in der Nähe zum Eurotunnel. Viele “Sans Papiers” landen dort auf iherm Weg nach England, wo sie auf ein besseres Leben hoffen. Bis 2002 betrieb das britische Rote Kreuz ein Auffanglager für Flüchtlinge in Sangatte bei Calais, es wurde geschlossen um den Strom von Nachahmern zu stoppen.
Mit dem Auffanglager sind die MigrantInnen nicht verschwunden, sie Leben jetzt in “Jungles”, Hüttendörfer aus Paletten und Plastikplanen in den Wäldern und in still besetzten Häusern in der Stadt. Eine größere mediale Aufmerksamkeit erhielt die Region als der größte Jungel (Pashtun Jungle) im September 2009 dem Erdboden gleichgemacht wurde und alle BewohnerInnen verhaftet wurden (siehe no-racism.net).
Momentan halten sich mehrere hundert MigrantInnen in Calais auf, sie sind ständiger Polizeirepression ausgesetzt. Teilweise werden MigrantInnen täglich verhaftet, ihre (Not-)Unterkünfte werden regelmäßig zerstört, Schlafsäcke, Decken, Zelte etc. werden mit Chemikalien eingesprüht um diese unbrauchbar zu machen…
Die AktivistInnen von “Calais Migrant Solidarity” versuchen die Polizeirepression zu stoppen oder zumindest durch Anwesenheit einzudämmen. Die Polizeiaktionen werden nach Möglichkeit dokumentiert und auf der Homepage veröffentlicht. Außerdem wird versucht mit direkten Aktionen, Pressemitteilungen, Veranstaltungen auf die Lage der MigrantInnen aufmerksam zu machen und Bewegungsfreiheit für alle Menschen zu erkämpfen.
Ein Teilnehmer der Anti-Atom Demonstration am 5. September 2009 in Berlin, hat vor dem Berliner Verwaltungsgericht erfolgreich gegen die verdachtsunabhängige Videoüberwachung der Demonstration geklagt. Das Gericht stellte in Bezug auf die Anti-Atom Demo fest, die Überwachung könne von der Teilnahme an Demos abschrecken und zu ungewollten Verhaltensweisen zwingen, die mögliche Einschüchterung könne mittelbar auf den Prozess der Meinungsbildung und demokratischen Auseinandersetzung eingewirken.
Erlaubt sind Videoaufnahmen nur wenn “tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen” dass von den TeilnehmerInnen öffentlicher Versammlungen “erhebliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgehen”…wäre interessant zu wissen was denn “tatsächliche Anhaltspunkte” und “erhebliche Gefahren” genau sind und ob die Entscheidung auch außerhalb Berlins Beachtung findet.
“Hey Baby” ist ein (online/offline) Egoshooter, welcher sich, wie so oft in diesem Genre, in erster Linie an männliches Publikum richtet…Man(n) spielt (was dann doch eher die Ausnahme ist) aus der Sicht einer Frau, die Spielfigur läuft durch eine Stadt und wird mit Anmachen von Männern konfrontiert: “I like your bounce baby”…”Excuse me, do you have a boyfriend?” die Spielfigur hat die Möglichkeit die “Verehrer” entweder über den Haufen zu schießen oder mit pinken Herzen zu überschütten, ansonsten kommen sie ständig wieder an … Seth Schiesel von der New York Times hat das Spiel ausprobiert, sein Fazit nach einigen Stunden Anmachen: “Well what am I supposed to do? Which is, of course, what countless women think every day.”…”I doubt any non-interactive art form could have given me as visceral an appreciation for what many women go through as part of their day-to-day lives. I have never accosted a strange woman on the street. After playing Hey Baby, I’m certainly not about to start.”
Nachdem der CCC mit einem einzigen Video eine “größere” Diskussion über die Kennzeichnungsplicht von PolizistInnen angestoßen hat (welche zumindest in Berlin auch zur Kennzeichnung von PolizistInnen führt / geführt hat? -> hier), widmet sich jetzt auch Amnesty International dem Thema Polizei(gewalt) und fordert neben einer Kennzeichnungplicht für PolizistInnen auch unabhängige Untersuchungsinstanzen bei Ermittlungen gegen PolizistInnen. Ob die weiteren Forderungen einer Videoüberwachung der Polizeistationen und die bessere Ausbildung wirksame Mittel gegen Polizeigewalt und Willkür darstellen, wäre noch zu diskutieren…Immerhin bleibt zu erwarten, dass die Kampagne einige Leute erreicht und evtl. bundesweit zu Veränderungen führen könnte.
Wie beim letzten Gentechvortrag der an der Binger FH organisiert wurde und einen Tag vor der Veranstaltung mit der Begründung “das kommt von ganz oben” von der FH abgesagt wurde, sodass die Veranstaltung kurzerhand im Juz Bingen stattfinden musste, zeigt Papa Staat auch kurz nach der zweiten kritischen Veranstaltung an der Binger FH zu Thema Gentechnik, was er von kritischen Informationen zu diesem und anderen Themen hält.
Zwei Tage nach dem Vortrag “Organisierte Unverantwortlichkeit?” von Jörg Bergstädt an der Binger FH, wird der Domainbereich www.projektwerkstatt.de, der unter anderem die Website zum Inhalt der Veranstaltung www.biotech-seilschaften.de.vu, aber auch vieler anderer linker Gruppen und Themen enthält,
per richterlichem Beschluss zwangsabgeschaltet.
hier der Indymediaartikel dazu: http://de.indymedia.org/2010/06/283498.shtml
und hier die abgeschaltete Website der Projektwerkstatt: http://www.direct-action.de.vu/
Jörg Bergstedt von der Projektwerkstatt Saasen ist ein profunder Kenner des bundesdeutschen Gentechnik-Netzwerks und ein humorvoller Referent, der zahlreiche Anekdoten zum Besten geben kann. So wird auch eine vermeintlich trockene Materie mit Leben erfüllt. Sein Vortrag beruht auf intensiven Recherchen und vermittelt minutiös die Seilschaften zwischen Behörden, staatlicher und privater Forschung, Konzernen und Lobbyorganisationen
Kennen Sie Filme oder Bücher über Monsanto? Immer wieder wird einen intensiver Filz zwischen Konzern und Aufsichtsbehörden aufgedeckt. Doch St. Louis, der Firmensitz des Round-up- und Agent-Orange-Herstellers, ist weit weg. Warum werden hier Jahr für Jahr immer neue Felder angelegt, obwohl 80 Prozent der Menschen keine Gentechnik im Essen wollen? Warum fließen Steuergelder auch dieser 80 Prozent fast nur noch in die Gentechnik, wenn es um landwirtschaftliche Forschung geht? Der Blick hinter die Kulissen der Gentechnik mit ihren mafiösen Strukturen und skandalösen Zuständen bei Genehmigungen und Geldvergabe bietet eine erschütternde Erklärung, warum die überwältigende Ablehnung und der gesetzlich eigentlich vorhandene Schutz gentechnikfreier Landwirtschaft (einschließlich Imkerei) gegenüber der grünen Gentechnik so wenig Wirkung hat. Denn: In den vergangenen Jahrzehnten sind alle relevanten Posten in Genehmigungsbehörden, Bundesfachanstalten und geldvergebenden Ministerien mit GentechnikbefürworterInnen besetzt worden. Die meisten von ihnen sind direkt in die Gentechnikkonzerne eingebunden. So zum Beispiel beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und deren Beratungsstellen. Genauere Einblicke lohnen!
Veranstalter: Arbeitskreis freieBildung, mit freundlicher Unterstützung des AStA Bingen
Veranstaltungsort: Fachhochschule Bingen, Berlinstraße 109, 55411 Bingen